Men In Black 2

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Wer „Men In Black“ Numero Uno gesehen hat, der hat sie kennen und lieben gelernt, Agent Jay und Agent Kay. Beide wie Bestattungsunternehmer gekleidet, aber ausgestattet mit beachtlichen Wummen und coolen Sonnenbrillen. So schützt man die Erde vor dem Abschaum des Universums.

Doch wie jetzt? Kay (Tommy Lee Jones) ist zurück? War der nicht…? Ja, er wurde am Ende des vorangegangenen Abenteuers belohnt und seines Gedächtnisses beraubt und konnte so mit seiner Frau und so weiter und sofort.

Falsch. Agent Jay (Will Smith) fühlt sich einsam und außerdem ist er permanent auf der Suche nach einem neuen Partner. War da nicht…? Ja, da war diese tolle Frau aus dem letzten Teil… nein, er hat sie ge-dingenst, na jedenfalls hat er mit diesem Ding, na ihr wisst schon, womit man die Erinnerung auslöschen kann. Jedenfalls, sein jetziger Partner ist eine echt dumme Heulsuse. Und spätestens nach den ersten Minuten in diesem Film, fragen wir uns als „Men In Black“-Fans wirklich: Wo bleibt Kay?

Keine Panik. Er kommt noch. Was aber vorher passiert ist, ja, Genau Wie Im Ersten Teil (G.W.I.E.T.), das Alien landet auf der Erde. Ein kleines Raumschiff, aber der Inhalt ist beachtlich. Ein echt fieser Möpp. Kann übrigens die Gestalt eines Unterwäschemodels annehmen, was es dann auch sofort tut. Natürlich in einem dunklen Park, wo sofort einer dieser fiesen Verbrecher neben ihr/ihm/dem Teil auftaucht und es/sie/ihn hinter einen Busch zerrt. Aber, damit wir auch wirklich wissen, dass es ein fieses Möpp ist, wird der Verbrecher gleich mal so ganz verschlungen. Essen muss ja auch sein.

Es wird schnell klar, dass das Alien es nicht nur auf ein sehr wichtiges „Licht“ abgesehen hat, sondern sich direkt in die MIB Zentrale begibt, um dort alle Anzugträger als Geiseln zu nehmen. Den Aufenthaltsort des „Lichtes“ weiß nur einer: Agent Kay.

Aber Agent Kay heißt jetzt Kevin (lach! – na ja…) und ist in seinem heimischen Dorf der Ober-Postmann. Natürlich macht sich Agent Smith, ähm, Jay sofort auf den Weg, um Kay zurück zu holen…

Sobald Tommy Lee Jones auf der Leinwand erscheint, ist dann auch unsere arg strapazierte Laune wieder gerettet. Dieser Mann muss nicht „cool“ schauspielern, der Mann ist cool. Sogar in post-männischen Bermuda-Shorts und Kniestrümpfen.

Zuviel soll an dieser Stelle nicht verraten werden, aber eigentlich kann man bei diesem Film wenig verraten, die Geschichte ist G.W.I.E.T. (siehe oben).

Alien sucht „Licht“, sonst wird der Planet vernichtet. Kay weiß auch nicht, wo er das „Licht“ versteckt hat. Eine Stunde vor Ultimo kommen sie der Sache näher, bekommen das „Licht“, schalten das fiese Möpp aus und sind glücklich bis zum nächsten Teil…

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Leider haben Schauspieler wie Rip Torn (wieder als Agent Zed) und auch unsere Helden verhältnismäßig wenig Zeit, sich zu entfalten. Das ist schade und gibt dem Film etwas derart Gleichgültiges, dass man sich fragt, warum man nicht zu Hause geblieben ist, und einfach den ersten Teil von MIB in den Videorekorder geschoben hat.

Es gibt wirklich nur einen Grund, den Film zu sehen, immer vorrausgesetzt, man kennt den ersten Teil. Dieser Grund ist und bleibt Tommy Lee Jones. Die erste halbe Stunde kann man sich also sparen. Was wirklich nervt, sind die vielen Anspielungen auf Filme und Serien, die wirklich non-stop auf einen einstürmen. Da werden Sachen aus „Star Trek“, „Star Wars“, „Shrek“, „Die Mumie“ und so weiter benutzt und man fühlt sich bald wie in einem Quiz: Ratet aus welchem Film wir den nächsten Witz geklaut haben…

Sogar Michael Jackson hat einen total überflüssigen Auftritt, und nur teilweise kann der Film sich vor weiteren Peinlichkeiten retten. Hier sei besonders die Klospülszene erwähnt…

Langeweile kommt jedoch nicht auf, wie auch, wenn der Film nur etwa 85 Minuten lang ist und an dem Zuschauer vorbeirauscht, wie eine New Yorker U-Bahn.
Mit zu wenig Stopps und wenig wirklich witzigen Szenen, mit zuviel Genre-veralberung und zu wenig wirklich innovativen Momenten. Nichts in diesem Film überrascht, denn wenn man am Ende noch nicht einmal erschrickt, wo bleibt dann der Spaß?

Es ist alles G.W.I.E.T..
Aber Tommy Lee Jones lohnt sich doch.

[Corona Magazine 98, Juli 2002]

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