Shaun of the Dead

Shaun hat ein Problem. Das sind am Anfang des Filmes noch keine Untoten – es ist sein bester Freund Ed. Der hängt immer da herum, wo Shaun ist und das ist meistens der lokale Pub, das Winchester. Da fühlt sich Ed und auch Shaun zu Hause, was aber Shauns Freundin Liz überhaupt nicht gefällt.

Ansonsten herrscht in Shauns Leben eher der Alltagstrott. Er geht zur Arbeit, wo er der Älteste unter Teenagern ist, die ihn ignorieren, sein Stiefvater taucht auch noch auf und er vergisst den Tisch im Restaurant zu reservieren. Liz macht mit ihm Schluss und das scheint das Ende der Welt für ihn zu sein.

Shaun-of-the-Dead-025Während er jedoch seinen alltäglichen Dingen nachgeht, passieren merkwürdige Dinge um ihn herum. Am Anfang sind es Kleinigkeiten, wie Menschen, die einfach umkippen und leblos liegen bleiben. Man sieht auch immer mehr Krankenwagen auf der Straße und die Zeitungen sprechen von einer Epidemie. Doch Shaun bekommt davon nicht sehr viel mit, es passiert jenseits seines Horizontes.


Auch als er am Sonntag Morgen auf die Straße tritt um sich beim Inder an der Ecke was zu trinken und ein Eis zu kaufen, bekommt er nicht mit, dass fast alles im Laden mit Blut beschmiert ist, oder dass er fast in einer Blutlache ausrutscht.

Haustüren sind eingetreten, Telefone schrillen, Autos stehen mitten auf der Straße mit kaputter Windschutzscheibe. Menschen, die sich sehr langsam bewegen und stöhnen? Für Shaun nur ein weiterer normaler Morgen in der Großstadt London.

Als dann ein Mädchen im Garten von Shaun und Ed auftaucht, halten sie diese für eine Betrunkene, doch nachdem sie rückwärts von einem Gartenständer aufgespießt wird und trotzdem nicht wirklich tot ist, merken die beiden Nulpen, dass das wohl nicht ganz normal ist.

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Sie schalten endlich den Fernseher an und merken, dass fast ganz England von dieser „Krankheit“ heimgesucht wird. Kurzer Hand greifen sie sich den Kricketschläger und versuchen ihre Liebsten in Sicherheit zu bringen. Und was ist der sicherste Ort weit und breit? Natürlich der Pub um die Ecke.

„Shaun of the Dead“ ist so was von Britisch, es geht nicht besser. Wer den schwarzen Humor der Inselbewohner schätzt, der wird um diesen Film nicht herumkommen. Viele sehen ihn heute schon als Klassiker an. Wir in Deutschland bekommen den Film recht spät zu sehen, er ist in England schon längst auf DVD erschienen und hat auch so den Weg in meinen DVD Schrank gefunden. Und das obwohl ich, wenn es um Splatter und Untote geht, eher zart besaitet bin. Normalerweise gruselt es mich bei solchen Dingen, doch der Film geht dermaßen locker an diese Dinge heran, dass man sich gar nicht hinter einem Kissen verstecken will.

Am Anfang ist es noch recht wenig, was da passiert. Man sieht nicht sehr viel über Shauns Horizont hinaus, die Kamera folgt ihm manchmal zu dicht. Doch der geübte Untoten-Filme-Zuschauer weiß spätestens, als ein Mann ein paar Tauben frisst, dass das nicht typisch Britisch ist.

Es ist aber doch tatsächlich so etwas wie „Notting Hill“ mit Zombies. Das „Z-Wort“ wird übrigens nur einmal im Film benutzt, denn eines ist klar für Shaun: Zombies sind Menschen wie du und ich.

Mom: Some men tried to get into the house.
Shaun: Are they still there?
Mom: Well, I’m not sure… we shut the curtains.
Shaun: Did you try the police?
Mom: Well, I thought about it.
Shaun: Are you okay? Did they hurt you?
Mom: No, I’m fine, I’m fine… well, they were a bit bitey.
Shaun: Mom? Have you been bitten?
Mom: No, but Phillip was.
Shaun: Ah, okay…

Die Situationskomik, die Wortspiele und dieser sehr Britsche Sinn für Untertreibung, sind das was den Film ausmachen. Die Genugtuung auf Shauns Gesicht, als er erfährt, dass sein Stiefvater gebissen wurde und er ihn jetzt umbringen darf … oder vielmehr muss, ist unglaublich witzig. Dann das Gespräch mit seiner Mutter, der er verzweifelnd versucht zu erklären, dass ihr Mann wahrscheinlich bald untot ist, ist zum Schreien.

shaunofthedead_teaManche Zitate sind aus berühmt berüchtigten Film, wie „Dawn Of The Dead“, direkt übernommen. „Shaun of the Dead“ ist nicht direkt eine Veräppelung des Genres, bloß eine Britische Hommage an Splatter. Es ist sozusagen ein Gemetzel, das oftmals von einer kleinen Teestunde unterbrochen wird. Was auch immer passiert, erst mal wird in Ruhe Tee gekocht und ruhig hingesetzt. Das treibt natürlich Shaun fast in den Wahnsinn, der immer mehr in Panik verfällt.

Auch wenn Ed und Shaun unterwegs sind und einen Mann überfahren und kurz anhalten, um zu sehen ob er okay ist – oder überhaupt als sich die Gruppe unter die Untoten mischt und einfach unbemerkt bleibt, nur weil sie sich wie Untote bewegen – der Film lässt keine Gelegenheit ungenutzt unser Zwerchfell zu strapazieren.

Neben den unglaublichen Dialogen und der irren Kameraführung und den krassen Schnitten, sind die Schauspieler extrem gut. Manche kennt man aus diversen Britischen Serien, Simon Pegg (Shaun) und Nick Frost (Ed) spielen beide in „Spaced“ – Simon Pegg schreibt auch für die Serie. Bill Nighy hat man zuletzt als Vampir in „Underworld“ gesehen. Er gibt hier einen exzellenten Untoten ab. Überhaupt sind hier einige Schaupieler aus Comedyserien wie „The Office“ und „Little Britain“ zu sehen. Das wird dem deutschen Zuschauer jetzt nicht viel sagen, aber eins ist klar: diese Leute haben absolut perfektes Timing und wissen, was sie tun.

Und das Make-up ist cool…

Mein Fazit: dieser Film ist nicht nur für Zombiefans, es ist ein Muss für alle, die einfach mal wieder ins Kino gehen wollen um sich (un)tot zu lachen.

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